|
Mit der Adoption eines herrenlosen Tieres übernimmt man die Verantwortung über ein Lebewesen. Zuerst muss abgeklärt werden, welche Tierkategorie für die Wohnung, für das Haus mit Garten, für die Verhältnisse der Umgebung in Frage kommt. Freilaufkatzen können nicht in kleinen Stadtwohnungen glücklich werden. Hunde, die kleine Kinder nicht mögen, wären im Haushalt mit Kleinkindern eine Gefahrenquelle. Man muss also sicher sein, dass man dem neuen Hausgenossen ein Heim bieten kann, das eine tiergerechte Haltung ermöglicht. Dies bedeutet beispielsweise bei einem Meerschweinchen, dass mindestens ein zweiter Artgenosse aufgenommen werden muss. Die grosse Heimtier-CD des Zürcher Tierschutz beantwortet alle diese Fragen und bietet eine komplette Übersicht über die Anforderungen an die adäquate Haltung einer bestimmten Tierkategorie oder Rasse. Erste Frage also: Welches Tier kann in meinen räumlichen Verhältnissen mit zumutbarem Arbeitseinsatz korrekt gehalten werden?
So "herzig" ein kleines Büsi auch sein mag, es könnte im Extremfall 20 bis 25 Jahre alt werden. Ist man also bereit und in der Lage, einem Haustier - das zunehmend auf einen vertrauten Menschen als Lebenspartner angewiesen ist - über eine Vielzahl von Jahren einen Platz zu sichern? Ist man überdies bereit und hat man die erforderliche Zeit, einem Hund mindestens zweimal täglich grössere Spaziergänge und damit die unabdingbare Bewegung zu ermöglichen. Hat man nicht nur in der Anfangsphase Freude und Zeit, sich einem Tier mit ganzem Herzen zuzuwenden, mit ihm zu spielen und ihm eine echte Partnerschaft zu bieten? Ist man bereit, aus Rücksicht zum Haustier auf vieles zu verzichten (längere Abwesenheit während des Tages, Weekend-Aktivitäten, Theaterbesuche, Reisen usw.)? Fragen dieser Art müssen vor einer Tieradoption geklärt werden. Ratten werden nur wenige Jahre alt, Hunde zwischen 8 und 12 Jahre, Schildkröten bis 80 Jahre. Man muss sich bewusst sein, dass ein Tier leidet, wenn schon nach kurzer Zeit wieder umplatziert werden muss.
Tierfutter, der Tierarzt, das Tierheim während der Ferienzeit, der Ersatz zerkratzter Möbel und vieles mehr kostet Geld. Viel Geld. Bei einem Pferd gegen 1000 Franken pro Monat. Bei Hunden und Katzen weniger, doch muss man sich die Frage stellen, ob es die eigenen finanziellen Verhältnisse erlauben, neben Miete, Steuern, Krankenkasse und Lebensunterhalt auch noch die korrekte Haltung eines Tieres zu berappen. Wenn man diese Rechnung auf die zu erwartende Lebenszeit eines Haustieres erstreckt, wird deutlich, auf was man sich da finanziell einlässt. Es ist mit Sicherheit besser, solche Fragen vor einem Adoptionsentscheid zu stellen. Auf der grossen Heimtier-CD sind für 22 Haustiere von Chinchilla bis Zwergkaninchen solche Langzeitberechnungen nachzulesen.
Selbstverständlich ist es immer ein Vorteil, wenn Sie in der Haltung bestimmter Tiere schon Erfahrung besitzen. Die Beherbergung von Ziervögeln, Zierfischen, Kleinsäugern etc. erfordert ein spezialisiertes Wissen im Umgang mit diesen Tieren. Auch bei grösseren Hunden, die möglicherweise noch intensiv erzogen werden müssen, ist Know-how angesagt. Obschon es viele wertvolle Bücher zu fast allen Themen aus der Welt der Haustiere gibt, ist praktische Erfahrung durch nichts zu ersetzen. |